Ein Mehrgenerationenhaus – ein Vorbild für das Donau-Ries?

MehrgenerationenhausJU Donau-Ries informiert sich über Altentagespflege und Kindergarten Wettstetten

Senioren im Donau-Ries sind oft tief in ihrer ländlichen Heimatgemeinde verwurzelt. Was passiert aber, wenn die Kinder weggezogen oder wegen ihres Berufes wenig Zeit haben und sich kaum um die Eltern kümmern können? Die Junge Union Donau-Ries (JU) hat sich erkundigt, welche Alternativen es dann für Senioren gibt, die sich nicht vorstellen können nochmal an einen anderen Ort zu ziehen. Sie fühlen sich im gewohnten Umfeld, da, wo sie immer waren, schlichtweg wohl. Gerade für diejenigen, die selbst nicht mehr Autofahren und weniger mobil sind, ist ein Umzug eine zu große Umstellung in ihrem Lebensabend. Ein schlecht ausgebauter öffentlicher Nahverkehr führt dazu, dass sie den Friedhof, wo etwa der Ehepartner begraben liegt oder die Kirche und alte Freunde nicht mehr besuchen können. Bereits auf der JU-Klausurtagung setzte sich eine Gruppe mit der Frage auseinander, wie es zu schaffen sei und welche politischen Rahmenbedingungen es brauche, dieser Generation einen würdevollen Lebensabend daheim zu ermöglichen.

Ein Beispiel ist die Altentagespflege in Wettstetten bei Ingolstadt. „Vorort haben wir uns selbst ein Bild machen wollen und wir konnten auch viele positive Eindrücke mitnehmen“, erklärte JUler Dominik Fackler. Die Altentagespflege dort ist ein Teil „neuen Mitte“, die aus drei Gebäuden besteht. Diese gibt es seit 2014 und das Projekt erhielt bereits mehrere Architekturpreise. In einem der Gebäude betreuen Mitarbeiter Patienten mit Demenz ambulant. Zudem gibt es eine Kinderkrippe, einen Bürgersaal und die Gemeindeverwaltung.

Der Wettstettener Bürgermeister Gerd Risch und Gemeinderätin Barbara Weitzel-Oeht  präsentierten begeistert die Räumlichkeiten und beantworteten alle Fragen zur Wirtschaftlichkeit, Akzeptanz in der Bevölkerung und Organisation. „Kinderkrippe und Altentagespflege bringen sich gegenseitig viele Vorteile“, stellte die Organisatorin der Fahrt, Christina Bürle fest. Die anwesenden JUler zeigten sich beeindruckt vom Konzept: „Wettstetten hat es geschafft, dass die örtlichen Senioren nicht mehr wegziehen müssen und zugleich mit dem angebauten Kindergarten ein gegenseitiger belebender Austausch von Jung und Alt stattfindet“, stellte der JU-Kreisvorsitzende Franz Ost fest. Mit neuen Ideen gehe es nun zurück ins Donau-Ries. „Einige davon werden wir auch für unsere Gemeinden ausloten“, so Ost.

 

 

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